Eine Otoplastik ist ein individuell gefertigtes Ohrpassstück, das exakt an die Anatomie des äußeren Gehörgangs angepasst wird. Sie verbindet Technik mit Anatomie – präzise gefertigt aus hautverträglichen Materialien wie Acrylat, Silikon oder Photopolymeren.
Je nach Einsatzbereich kann sie durchsichtig, farbig, weich oder fest, offen oder geschlossen sein – aber immer mit einem Ziel: Sie soll perfekt sitzen und funktionieren.
Otoplastiken werden hauptsächlich in Verbindung mit Hörsystemen eingesetzt, aber auch im Gehörschutz, beim In-Ear-Monitoring oder als Spritzwasserschutz genutzt.
Sie entstehen aus einer Abformung des Gehörgangs (analog oder digital gescannt) und sind so individuell wie ein Fingerabdruck.
Eine gut gefertigte Otoplastik erfüllt gleich mehrere entscheidende Aufgaben:
Sicherer Halt im Ohr
Sie sorgt dafür, dass das Hörgerät zuverlässig und bequem im Ohr sitzt – auch bei Bewegung oder über lange Tragezeiten hinweg.
Abdichtung des Gehörgangs
Die Otoplastik verhindert, dass der Schall entweicht, und schützt vor Rückkopplungen (Pfeifgeräuschen). Je nach Art und Form kann der Verschlusseffekt zusätzlich gezielt beeinflusst werden.
Effiziente Klangübertragung
Der Schall gelangt gezielt und verlustfrei ins Ohr – das verbessert das Sprachverstehen und den Hörkomfort deutlich.
Frequenzbeeinflussung – oft unterschätzt
Die Art der Otoplastik – z. B. geschlossen, ventiliert, mit Schallschlauch oder Hörer – hat Einfluss auf die Übertragung bestimmter Frequenzen. Durch die richtige Formgebung lassen sich gezielt bestimmte Frequenzbereiche dämpfen oder betonen – individuell anpassbar an das Hörvermögen und die Hörumgebung.
Eine Otoplastik ist kein bloßes Zubehör – sie ist ein entscheidender Bestandteil des gesamten Hörsystems.
Nur wenn sie präzise gefertigt und richtig angepasst ist, kann ein Hörgerät sein volles Potenzial entfalten. Gleichzeitig trägt sie zum Tragekomfort, zur Zufriedenheit und nicht zuletzt zur Akzeptanz des Hörsystems bei.